Nützliche Hinweise

Canyoning erfordert ein Maß an alpin- und wassertechnischer Qualifikation - dies sollte jedem, der eine Canyoning-Tour plant, klar sein. Zu Beginn sollte man sich nur unter kundiger Anleitung die Grundlagen einführen lassen, denn ist man erstmal dabei sich abzuseilen, gibt es oft kein zurück mehr.

Canyoning ist nicht gleich Bergsteigen!

Die beim Canyoning angewandten Techniken weichen z.T. deutlich von hochalpinenKlettertechniken ab. Es wird dringend davon abgeraten Technik und Ausrüstung vom Bergsteigen auf das Canyoning zu übertragen bzw. zu verwenden.

Informieren Sie sich unbedingt vorher über die Wetterlage, da bei einem großen Wassereinzugsgebiet der Wasserspiegel in einer engen Schlucht bei starkem Regen in Minutenschnelle lebensgefährlich ansteigen kann. Außerdem werden Steine und Felsen durch Regen glitschig und man rutscht schneller ab. Das erhöht den Schwierigkeitsgrad ungemein.

Einige tragische Canyoningunfälle zeigen, dass für diese Sportart größtmögliche Sicherheit gefordert ist. Canyoning sollte man nicht alleine betreiben, eine Gruppenstärke von 3-4 Personen wird von Experten empfohlen.

Verhaltensempfehlungen für eine naturschonende Ausübung von Canyoning

(Auszüge aus dem Abschlussbericht des Dipl. Biol.
Andreas Schmauch, Fabrikstr.60, 88171 Weiler - im Auftrag des DAV e.V. )

Dieses Kapitel wendet sich an Canyoning-Sportler und –führer, die durch naturschonende Ausübung ihres Sportes dessen negative ökologische Auswirkungen minimieren wollen. Drei Punkte sind dabei wichtig:

  • Welche Schluchten sollte ich begehen?
  • Wann sollte ich diese Schluchten begehen?
  • Wie soll ich mich bei der Begehung verhalten?

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

  • Schluchten mit stark ausgeprägtem Moosbewuchs im Gewässer und an Wasserfällen sollen generell nicht begangen werden, da sie trittempfindliche Lebensgemeinschaften beherbergen.
  • Eventuell vorhandene Sperrzeiten bestimmter Schluchten zur Brut- oder Laichzeit von Vögeln oder Fischen sind zu respektieren.
  • Schluchten stellen häufig vom Menschen weitgehend unberührte Lebensräume dar. Respektvoller Umgang mit der Natur sollte hier selbstverständlich sein. Hierzu gehört ein möglichst schonender Umgang mit allen Pflanzen und Tieren und das Vermeiden von unnötigem Lärm!
  • Bei Zu- und Ausstiegen sollen, soweit möglich, vorhandene Fahr- und Wanderwege benutzt werden. Fahrverbote sind zu respektieren.
  • Soweit möglich, sollte das Gewässer in der Schlucht nicht verlassen werden, da die Uferbereiche i.d.R. wesentlich trittempfindlicher sind.
  • Beim Gehen im Gewässer sollten möglichst wenig Steine bewegt werden, da dies zum Verdriften von Kleintieren führt.
  • An Rutschstellen sollten alle Teilnehmer einer Canyoning-Gruppe dieselbe "Route" wählen, um so das Abrutschen von Aufwuchsalgen und Kleintieren möglichst gering zu halten.
  • Beim Abseilen hinter Wasserfällen sollte auf eventuell vorhandene Wasseramselnester (etwa handballgroße Mooskugeln) geachtet werden.
  • Nester von Wasseramseln an Schluchtwänden (siehe Bild 20, Anhang) sind im Frühsommer (bis ca. Mitte Juli) möglichst weiträumig zu umgehen, da die älteren Jungvögel bei Störungen in Nestnähe vorzeitig das Nest verlassen können und so ihre Überlebenschancen stark sinken. Die Umgebung von Wasseramselnestern ist in dieser Zeit möglichst rasch zu verlassen.
  • An Umgehungsstellen außerhalb des Gewässers sollte grundsätzlich immer nur eine Route benutzt werden, um die geschädigte Fläche möglichst gering zu halten. Dies gilt auch für Abseilstellen.