Zunächst sollte klar gestellt werden: Canyoning ist eine Sportart, und zwar keine ungefährliche! Im Vordergrund steht allerdings das ureigene Naturerlebnis und das Abentuer.
Mit Canyoning bezeichnet man das Besteigen und Abseilenvon Schluchten (engl. canyon) - eingedeutscht und wörtlich übersetzt bedeutet canyoning soviel wie schluchten oder schluchting. Das Bezwingen der Schluchten wird meist auf die unterschiedlichsten Varianten versucht: (Ab-)Klettern, Abseilen, Rutschen, Kriechen, Springen oder teilweise sogar durch Schwimmen und Tauchen.
Ideale Schluchten zum Canyoning findet man meist im Grundgestein von Felsen, wo durch die Witterungsbedingungen wie Errosion und Auswaschung schräge Abhänge entstanden sind. Meistens eignen sich auch Schluchten an Wasserfällen für das Schluchting. Bestens eignen sich somit Gesteinsmassive aus Kalk-/ und Sandstein oder Granit. Schluchten, die schräger als 2 Meter sind, werden als slot canyons bezeichnet.
Je nach Schwierigkeitsgrad der Schlucht verwendet man entsprechende Ausrüstung und Klettertechniken. Canyoning ist eine Sportart, bei der Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen eine wichtige Rolle spielen. Canyoning sollte nie alleine ausgeübt werden! Auch sollte je nach Erfahrung der Kletterer der Schwierigkeitsgrad der Schlucht gewählt werden.
Eine Auflistung der einzelnen Schwierigkeitsgrade, wie er vom Deutschen Canyoning Verein e.V. herausgegeben wurde:
C1 - charakterisiert einen leichten "Wander-Canyon" ohne große Schwimm- und Rutschstrecken mit Sprüngen bis maximal 1 Meter. Klettern muss man bei dieser Schwierigkeitsstufe auch nicht. Die Gehzeiten betragen maximal 2 Stunden
C2 - hierbei handelt es sich um einen Wander-Canyon mit Sprüngen bis zu 3 Metern und leichten Kletterstellen. Schwimmstrecken bis zu 50 Meter können hier aufwarten.
c3 - steht für Canyons mit Abseilstellen bis zu 15 Metern und Sprüngen bis zu 5 Metern. Bei diesem Schwierigkeitsgrad sind Kenntnisse zum Anbringen von Sicherungen nötig.
c4 - Ab dieser Schwierigkeitsstufe sollte man eine gute Seiltechnik und gute Kenntnisse in Sachen Sicherung mitbringen. Denn hier handelt es sich um Schluchten mit bis zu 50 Meter hohen Abseilstellen. Maximal muss 100 Meter geschwommen und 8 Meter weit gesprungen werden.
c5 - Bei Schluchten dieses Schwierigkeitsgrades sollte man sich auf teilweise gefährliche Strömungsverhältnisse, manchmal überhängende Abseilhöhen von bis zu 100 Metern und anspruchsvolle Abkletterstellen vorbereiten. Außerdem ist es von Vorteil Sicherungstechniken bei Zwischenständen zu beherrschen.
c6 - Der höchste Schwierigkeitsgrad für Schluchten birgt extreme Bedingungen, unbegrenzte Abseilhöhen und sehr lange Gehzeiten mit eventueller Übernachtung in Biwaks in sich. Man sollte sich auf hohen Materialaufwand vorbereiten. Perfekte Beherrschung von Sicherungstechniken bei Zwischenständen sind hier Pflicht!